Prozessautomatisierung 3 | 16

Qualitätsmanagement senkt Emissionen

Bessere Kohle für Serbiens Strom

Heimische Braunkohle ist in Serbien der Energieträger Nummer eins. Kohlekraftwerke versorgen den Großteil von Industrie und Haushalten mit Strom und Wärme. Dank Technologie von ABB kann der staatliche Energieversorger EPS dies in Zukunft deutlich effizienter tun. Ein Qualitätsmanagementsystem für den Tagebau Tamnava, 100 km südwestlich von Belgrad, soll zukünftig dafür sorgen, dass das angeschlossene Kraftwerk Kohle mit konstant hohem Brennwert verstromt. So kann das Kraftwerk energieeffizienter arbeiten und seinen CO2-Ausstoß signifikant verringern.

Vom Bagger ins Kraftwerk

EPS beauftragte ABB mit der Planung, Montage und Inbetriebnahme des Kohlequalitätsmanagementsystems. Bereits seit 2001 setzt der Energieversorger auf Komponenten und Know-how von ABB, wenn es um die Prozessautomatisierung in Tamnava geht. Das aktuelle Projekt ist der bislang größte Auftrag, den EPS für die Automatisierungstechnik an ABB vergeben hat.

Um künftig Kohle mit den gewünschten Eigenschaften hinsichtlich Brennwert, Feuchtigkeits- oder Aschegehalt bereitzustellen, wird die ABB-Lösung sämtliche Materialströme im Tagebau verfolgen. Gesteuert wird dies mit einem zentralen Leitsystem auf der Basis von ABB 800xA. Es sammelt und steuert die Informationen aller fünf Bagger sowie des 25 km langen Förderbandsystems über einen OPC-Server. Auf Basis eines Flözmodells, in dem die Lage der verschiedenen Kohlequalitäten hinterlegt ist, erhalten die Bagger Informationen über die Position und die jeweilige Masse, die sie an entsprechender Stelle pro Stunde baggern sollen. Dabei laden sie Brennstoff mit unterschiedlichen Eigenschaften aufs Förderband. Mittels der richtigen Allokation von Menge und Qualität pro Bagger wird die gewünschte Kohle direkt auf dem Band gemischt. Ein radiologisches Online-Messsystem an der Bandanlage überwacht deren Zusammensetzung lückenlos und bietet die Möglichkeit, die real geförderte Qualität mit der im Flözmodell angenommenen abzugleichen. Bis zu 5.000 t Kohle lassen sich auf diese Weise fördern.

Weltweit einzigartige Lösung

Für das Team von ABB bietet das Projekt interessante Herausforderungen. „In Tamnava soll die Kohle vom Förderband direkt ins Kraftwerk gelangen“, sagt Franz Rietschel, Produktmanager bei ABB in Cottbus. „Das spart Zeit und Energie, weil der Umweg über Zwischenlager entfallen kann und das Material somit nur einmal bewegt werden muss.“ Prozessautomation von ABB fördert somit vom Flöz bis zum Kraftwerk eine durchgängig effiziente Energieerzeugung.

Weitere Infos:  tiny.cc/About-EPS