Prozessautomatisierung | 21. Juli 2021

Operation am offenen Herzen

ABB übernimmt das Anlagentuning für T2C Industriepark Höchst

Höhere Leistungsfähigkeit durch eine moderne Anlagenautomatisierung: Die Thermal Conversion Compound Industriepark Höchst (T2C) GmbH in Frankfurt erneuerte das ABB-Leitsystem ihrer Ersatzbrennstoff-Verbrennungsanlage im laufenden Betrieb.

ABB meisterte diese Herausforderung mithilfe eines Drei-Phasen-Modells für jedes Anlagenteil. Dabei erfolgten Vorbau und Test im laufenden Betrieb, der Umschluss während Stillstandszeiten und der Produktivstart mit der Wiederinbetriebsetzung der Anlagen.

„Das eigenständige Durchführen von Optimierungsschritten stellt für uns einen signifikant hohen ökonomischen Wert dar.“

Vorbereitend errichtete das Team neue, platzsparende Rangierverteiler und Automatisierungsschränke. Zudem verlegte es neue Stammkabel in die bestehenden Remote-Input/Output-Module (I/O) im Feld und testete sie bis in die Automatisierungsebene. Während der Anlagenstillstände wurden die Remote-I/O-Einheiten durch Entnahme der I/O-Module zu Unterverteilern umfunktioniert. Der Umschluss an den neuen zentralen Symphony-Melody-Controller erfolgte dann in kürzester Zeit; ebenso die Ankopplungen der Schaltanlagen (MNS iS / ACS800) sowie diverser Feldgeräte und Blackboxen über Profibus DP (Digital Protocol).

Für den Austausch der Automatisierungstechnik für drei Verbrennungslinien waren in zwei Jahren fünf Anlagenstillstände von jeweils zwölf bis 24 Tagen vorgesehen. Diese Downtimes ließen sich dank einer Parallelverkabelung zwischen der Feldebene und der zentralen Automatisierungstechnik mithilfe von Signalvortests stark verkürzen. Der Umschluss der MNS-iS-Schaltanlage wurde ebenfalls mit typbasierten Tests vorbereitet. Auf dies Weise lief die Migration einer Verbrennungslinie unabhängig vom Betrieb der anderen beiden.

Mehrwert für die Zukunft

ABB gewährleistete die Implementierung mit einem bewährten Prozess- und Zeitmanagement. Sämtliche Funktionen sind VGB-konform dokumentiert. Die einheitliche Visualisierung und Protokollierung vereinfachen künftige Wartungen. Zudem lassen sich Optimierungen eigenständig innerhalb von Symphony Melody ausführen.

Die Bilanz des Projekts ist für das Unternehmen positiv. Martin Gröger, der zuständige Betriebsingenieur der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, betont: „ABB konnte durch seine Expertise und das umfangreiche Produkt- und Leistungsportfolio überzeugen. Dieses Projekt hatte Pioniercharakter, da in Verbindung mit mehreren Unterlieferanten noch nie so eine komplexe programmiertechnische Aufgabenstellung umgesetzt wurde. Das eigenständige Durchführen von Optimierungsschritten stellt für uns einen signifikant hohen ökonomischen Wert dar.“