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Prozessautomatisierung 4 | 18

Flexibler produzieren

Modulare Leittechnik unterstützt die Prozessindustrie

Der zunehmend härtere weltweite Wettbewerb setzt die chemisch-pharmazeutische Industrie unter Druck. Immer kürzere Innovationszyklen für kundenspezifische Produkte in kleinen Losgrößen erfordern eine deutlich flexiblere und effizientere Produktion. Mit neuen, modularen Anlagenkonzepten können Unternehmen ihre Produkte schneller und wirtschaftlicher auf den Markt bringen. Modulare Anlagen bestehen aus wiederverwendbaren verfahrenstechnischen Einheiten, die für jeden Bedarf passgenau zusammengestellt werden. Um diese sogenannten Plug-&-Produce-Anlagen zu steuern, sind Prozessleitsysteme gefragt, die den Betrieb der verschiedenen Einheiten orchestrieren. Als führender Anbieter von Automatisierungstechnologie hat ABB eine Lösung entwickelt, die sowohl die Betreiber modularer Anlagen als auch die Lieferanten von Modulen unterstützt. Sie gewährleistet auf der Basis des von den Industrieverbänden NAMUR und ZVEI initiierten Module-Type-Package-Standards (MTP-Standards) das effektive Zusammenspiel aller Komponenten und damit ein Plug & Produce. So lässt sich die Anlagenautomation effizient modularisieren. Derzeit läuft ein Pilotprojekt der Bayer AG, das die Anwendbarkeit der Lösung verifiziert. Der Life-Science-Konzern geht von monolithischen Automatisierungssystemen für komplette Anlagen zu flexiblen, serviceorientierten Plug-&-Produce- Lösungen über, um die Produktion schneller an Marktgegebenheiten anpassen zu können. Dr. Torsten Knohl, Senior Project Manager bei Bayer, betont: „Im Bereich Life Science ist die Produktion nun stärker auf den einzelnen Patienten und den Einsatz personalisierter Medizin ausgerichtet. Die Produkte sind keine Massenware mehr. Wir bewegen uns in Richtung sehr kleiner Chargen. Mit der Technologie und der frühzeitigen Umsetzung der modularen Automatisierung ist ABB der richtige Partner in diesem Bereich.“