Prozessautomatisierung 3 | 19

„Alle Daten in Echtzeit”

Neil Shah im Interview

Für eine erfolgreiche Digitalisierung der Produktion benötigen die Betreiber aussagekräftige Daten aus ihren Anlagen und Prozessen. Bisher waren viele Informationen aus Leitsystemen oder Sensoren schwer zu bekommen. Im Interview erläutert Neil Shah, Global Product Manager für Device Management & Asset Optimization bei ABB Automation, wie die neue Lösung ABB Ability Edge die wertvollen Daten verfügbar macht.

Was ist der Hintergrund für den Start von ABB Ability Edge in der Industrieautomation?
Viele Unternehmen erkennen heute die positiven Aspekte der immer stärkeren Digitalisierung und möchten deren Vorteile für sich nutzen. Die Möglichkeiten sind bisher aber häufig dadurch begrenzt, dass die Daten und Informationen in Prozessleitsystemen oder in einzelnen Systemen und Sensoren gespeichert und schwer zugänglich sind.

Welche Anforderungen haben die Kunden an ein System wie ABB Ability Edge?
Die Kunden wollen Informationen aus ihren Systemen möglichst nahtlos, aber ohne großen Aufwand sammeln. Zudem dürfen die betriebskritischen Produktionssysteme durch die Aufnahme der Daten in keiner Weise beeinträchtigt werden. ABB Ability Edge muss Informationen von verschiedenen Systemen, Quellen sowie Sensoren sammeln und dabei volle Cybersicherheit gewährleisten.

„ABB Ability Edge muss Informationen von verschiedenen Systemen, Quellen sowie Sensoren sammeln und dabei volle Cybersicherheit gewährleisten.“

Nach welchem Prinzip funktioniert die neue Lösung?
Think big, act simple – dieses Motto steht hinter allem. ABB Ability Edge stellt die Verbindung zwischen der Cloud, den Steuerungssystemen und den intelligenten Geräten sicher und verhält sich wie eine Plattform zur Ausführung von Applikationen. Die Plattform unterstützt eine erweiterte Datenerfassung und -analyse auf der Basis des unveränderten Informationsmodells der Anlage, was Doppel-Engineering vermeidet und die Benutzerfreundlichkeit verbessert.

Welche Leistungen zeichnen ABB Ability Edge aus?
Die umfangreichen Verbindungskapazitäten ermöglichen es ABB Ability Edge, Daten von zahlreichen Geräten und Systemen aufzunehmen und für Cloud-Applikationen verfügbar zu machen. Alternativ können Kunden die Applikationen direkt an ABB Ability Edge anbinden. Dabei sind Daten in Echtzeit und die Sichtbarkeit aller Unternehmensteile wichtige Faktoren. ABB Ability Edge trennt IT und OT effizient und ermöglicht ein auf ganzer Linie digitales Unternehmen mit leistungsstarkem Edge Computing und unbegrenzten zusätzlichen Cloud-Lösungen.

Think big, act simple: Die Nutzer profitieren von erweiterten Funktionen und ermöglichen zugleich ein vollständig digitalisiertes Unternehmen.

Wie baut ABB Ability Edge auf bewährten ABB-Lösungen auf?
Heute umfassen unsere Lösungen die anlagenweite Automatisierung, das Management des Produktionsbetriebs und erweiterte Dienstleistungen. Jetzt vergrößern wir die Möglichkeiten der digitalen Technologie, indem wir die Edge-Konnektivität in der ABB Ability Cloud einführen. Das schafft die Grundlage dafür, bestehende und neue Lösungen bis auf Unternehmensebene zu skalieren und neue Anwendungen wie Flottenmanagement, Analyse von Geschäftszahlen, vorausschauende Wartung und mobile Operationen zu ergänzen.

Welche Kunden und Branchen sprechen Sie an?
Wir adressieren das komplette Spektrum der industriellen Automatisierung – von Öl & Gas und Chemie über Zellstoff und Papier, Metall, Bergbau bis hin zu Schiffbau und Schifffahrt.

Welche Systemanforderungen müssen für ABB Ability Edge erfüllt sein?
Wir starten die Einführung mit dem B & R Automation PC 3100, der die Vorzüge eines kompakten Systems mit der Leistungsfähigkeit der neuesten Core-i-Prozessoren vereint. Sein Chip ist als Trusted Platform Module (TPM) zertifiziert – damit ist Cybersicherheit eingebaut. Später kann die Lösung leicht von der kleinsten bis hin zur größten Edge-Hardware, die erhältlich ist, skaliert werden.