Fertigungsautomatisierung 4 | 18

Sicher zurück auf den Boden

ABB-Komponenten steuern Motoren von Seildurchlaufwinden

Seildurchlaufwinden von DualLift treiben Befahranlagen und mobile Arbeitsplattformen an, damit Aufzugmonteure oder Fassadenarbeiter ihrer Tätigkeit in luftiger Höhe nachgehen können. ABB-Technik überwacht die Windenmotoren und schaltet sie bei Überstrom oder Überspannung zuverlässig ab.

Ein Windpark in Chile, ein Hochhausprojekt in Kanada, eine Aufzugsmontage auf den Philippinen – wo es darum geht, Personen oder Material von unten nach oben zu bringen, ist die DualLift GmbH nicht weit. Windkraftanlagenbetreiber und Aufzughersteller auf der ganzen Welt setzen auf die Seildurchlaufwinden des Spezialisten aus dem niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck. Und damit auch auf ABB, denn die Windensteuerungen bestehen zu großen Teilen aus Komponenten des Unternehmens.

Stabil trotz Instabilität
Um weltweit einsetzbar zu sein, sind die Motoren sowohl für die 50-Hz- als auch für die 60-Hz-Spannungsversorgung ausgelegt. In vielen Ländern warten besondere infrastrukturelle Herausforderungen: die mangelnde Spannungsfestigkeit und die fehlende Stabilität des Drei-Phasen-Stromnetzes. Dazu erklärt Axel Holst, Projektleiter bei der Aukos GmbH, die als Systemintegrator die Windensteuerungen für DualLift realisiert: „Unabhängig davon, wie die jeweiligen Bedingungen vor Ort genau aussehen, erwarten die Anwender, dass die Winden problemlos funktionieren. Daher müssen die verwendeten Komponenten mit etwaigen Instabilitäten umgehen können.“ Da die Seildurchlaufwinden auch Personen befördern, steht für Matthias von Oehsen, Vertriebsbeauftragter Industrie und Maschinenbau Region Nord bei ABB, die Sicherheit an erster Stelle: „Die Steuerungen erfüllen alle Anforderungen der europäischen Norm EN 1808, die sich mit den Gefahren für hängende Personenaufnahmemittel beschäftigt. In ihrer neuesten Auflage schreibt sie vor, dass eine Überlastabschaltung mit mechanischem Schalter nicht mehr ausreicht, sondern dass zusätzlich ein Stromüberwachungsrelais benötigt wird.“ Die Winden verfügen über die notwendigen Zertifizierungen, um nicht nur in Europa, sondern auch auf dem amerikanischen und dem asiatischen Markt eingesetzt werden zu dürfen. Ein wichtiger Aspekt – schließlich verkauft DualLift rund 70 % der hergestellten Winden ins Ausland.

„Die Steuerungen müssen absolut robust und ausfallsicher sein, um die Personensicherheit jederzeit zu gewährleisten.“

Immer sauber bleiben
Seildurchlaufwinden werden vor allem auf Baustellen genutzt. Die rauen Umgebungsbedingungen machen Verschmutzungen zum Problem. Zudem werden die Winden nicht immer besonders pfleglich behandelt, wie Axel Holst weiß: „Die Steuerungen müssen absolut robust und ausfallsicher sein, um die Personensicherheit jederzeit zu gewährleisten.“ Da es in der Vergangenheit vorkam, dass sich die Taster aufgrund von starkem Schmutz nicht mehr bedienen ließen, verwendet Aukos mittlerweile kompakte ABB-Taster, bei denen eine Gummihaube die Tasten vor Verschmutzung schützt. Eine weitere wichtige Anforderung an die mobilen Winden sind möglichst kompakte Abmessungen. „Wir montieren die Steuerung direkt auf den Motor. Dabei geht es hinsichtlich der Größe manchmal tatsächlich um Millimeter“, erläutert Axel Holst. „Um Platz zu sparen, verwenden wir die kompakte AS-Schütz-Baureihe von ABB.“

In den Windensteuerungen für DualLift montieren die Mitarbeiter der Aukos GmbH fast ausschließlich ABB-Technik.

Ehrlicher Austausch
Aukos und ABB blicken auf eine mehrjährige Partnerschaft zurück. Axel Holst erinnert sich an die Anfänge: „2011 haben wir mit 20 Prototypen der Steuerungen mit Schütztechnik begonnen. Inzwischen sind daraus rund 500 Steuerungen geworden, die wir pro Jahr an DualLift liefern.“ Für Matthias von Oehsen zeichnet sich die Zusammenarbeit durch häufigen Kontakt, schnelle Rückmeldungen und ehrlichen Austausch aus: „Jede Seite spricht Probleme offen an. Wir suchen gemeinsam nach Lösungen. Dass Vertriebsmitarbeiter und Produktmanager des Herstellers sowie die Projektverantwortlichen des Systemintegrators mit dem Endkunden an einem Tisch sitzen, um lösungsorientiert zu diskutieren, ist ein wesentliches Merkmal unserer Partnerschaft.“