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Fertigungsautomatisierung 1 | 18

Optimal gerichtet

Lorenz Anlagentechnik setzt auf elektronische Kompaktstarter von ABB

Die Lorenz GmbH Anlagentechnik ist ein bekannter Hersteller im Bereich der Richttechnik. Sie setzt in ihren Maschinen seit Anfang 2017 die neuen elektronischen Kompaktstarter der Baureihe HF von ABB ein. Diese verschaffen dem Unternehmen wichtige Vorteile wie Platz- und Lagerersparnis und bieten Kunden einen geringeren Instandhaltungsaufwand.

In der Blechverarbeitung nehmen Richtmaschinen eine wichtige Rolle ein. Sie bereiten Bleche, die direkt vom Coil abgewickelt werden, optimal auf die folgende Bearbeitung vor. Von Blechtafeln, auch mit einer Dicke von über 50 mm, über Blechbänder bis hin zu dünnsten Folien – sie alle werden vor ihrer Weiterverarbeitung gerichtet. Um die Spannungszustände und die Krümmung in den Blechen zu beseitigen, werden sie zwischen Walzen mehrfach hin- und hergebogen.

Exzellente Ergebnisse werden auf Präzisionsrichtmaschinen erzielt, die dehnungsarm konzipiert und mit Walzendurchbiegung ausgestattet sind. Die Maschinen von Lorenz bieten genau das. „Die gesamte Entwicklung für die Maschinen basiert auf unserer jahrzehntelangen Erfahrung im Bereich der Richttechnik“, betont Geschäftsführer Klaus Lorenz, der das Unternehmen seit 2006 leitet. Das Familienunternehmen entwickelt, fertigt und montiert kundenspezifische Maschinen und Anlagen. 30 bis 40 davon verlassen jedes Jahr das Werk im badischen Friesenheim. Abnehmer sind die Elektro-, Automobil- und Konsumgüterindustrie. Eine wichtige Anwendung ist auch die Herstellung von Möbelbeschlägen. Mit dem Retrofit für ältere Anlagen hat sich die Firma ein weiteres Standbein aufgebaut. „Als inhabergeführtes Unternehmen sind die Entscheidungswege bei uns kurz. Innovationen können so bei uns schnell übernommen werden. Ein Beispiel ist der neue Kompaktstarter von ABB. Nachdem wir uns von den Vorteilen überzeugt hatten, haben wir ihn schon kurz nach seiner Einführung genutzt“, erklärt Klaus Lorenz.

Zum Wenden und Positionieren der Haspel wird ein Kompaktstarter verwendet.

Wichtige Funktionen integriert

Die elektronischen Kompaktstarter der Baureihe HF, bei ABB seit Ende 2016 im Programm, sind neuartige Hybridstarter für Motoren bis 3 kW/400 V. Ron Kimmig, Vertriebsbeauftragter Industrie/Maschinenbau Region Südwest bei ABB, betreut Lorenz und hatte auf die Geräte aufmerksam gemacht. „Dank ihrer Breite von nur 22,5 mm benötigen sie bis zu 75 % weniger Platz im Schaltschrank. Trotzdem beinhalten die Geräte die Funktionen Direktstart, Wendestart, Überlastschutz sowie die Sicherheitsfunktionalität für Not-Halt. Die Installationszeit ist so bedeutend kürzer. Des Weiteren ist das Risiko von Verdrahtungsfehlern gegenüber dem Aufbau mit Einzelkomponenten stark reduziert.“

Die neuen elektronischen Kompaktstarter für die Montage auf der DIN-Schiene gibt es in fünf Versionen: als Direkt- und Wendestarter, jeweils mit integriertem Überlastschutz oder zusätzlich mit Notfallstopp gemäß Atex, SIL3 und PL e, sowie als reinen Wendestarter. „Wir verwenden heute fast alle Varianten“, berichtet Sascha Gruninger, der die Abteilung Automatisierung bei Lorenz leitet.

„Bei der Einführung der ABB-Kompaktstarter stand anfangs der Gedanke im Vordergrund, Schütze und damit Platz im Schaltschrank zu sparen“, sagt Sascha Gruninger. Die elektronischen Kompaktstarter benötigen gegenüber Schützen beträchtlich weniger Raum. Zudem sind weniger Komponenten erforderlich, da viele Funktionen bereits integriert sind. Das macht sich nicht nur in niedrigeren Kosten für die Technik bemerkbar, sondern auch in kleineren Schaltschränken.

Die elektronischen Kompaktstarter gibt es in fünf Versionen – alle können platzsparend und schnell installiert werden.

Geringerer Hydraulikbedarf

Ein weiterer Pluspunkt: „Durch die Safety-Zusatzfunktion lassen sich viele Achsen und Funktionen jetzt mit Elektromotoren realisieren, für die zuvor Hydrauliktechnik verwendet wurde. Das hat eine höhere Genauigkeit, einen geringeren Bedarf an Hydrauliköl, weniger Verschleiß sowie den Einsatz verschleißarmer, energieeffizienter Asynchronmotoren zur Folge“, so Sascha Gruninger.

Viele Vorteile

Positiv beurteilt Sascha Gruninger auch den Strombereich, der deutlich weiter ist als bei herkömmlichen Motorschutzschaltern. Die Baureihe HF steht in drei Strombereichen zur Verfügung: bis 0,6 A, 2,4 A und 6,5 A. Das vereinfacht ihm nicht nur die Planung; er muss auch deutlich weniger Material lagern. „Uns bringt das Gerät eine Platz- und Lagerersparnis. Weil wir durch ihn vom hydraulischen Antrieb auf elektrischen Antrieb gewechselt haben, fällt auch weniger Verrohrungsarbeit an“, erklärt Sascha Gruninger. „Die Kunden haben einen kompakteren Schaltschrank und durch den wartungsfreundlichen Elektromotor einen geringeren Instandhaltungsaufwand. Sie sparen durch den gesunkenen Hydraulikanteil außerdem Energie. Die elektronischen Kompaktstarter von ABB sind für uns genau zur richtigen Zeit gekommen.“

Sascha Gruninger an einer Doppelhaspel der Firma.

Nachhaltig handeln

Als Hersteller in einem globalen Markt und Wettbewerb achtet Lorenz immer auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Auch bei der Beschaffung legt man Wert auf eine nachhaltige, langfristige Lieferantenbeziehung. Über 70 % der Zuliefererbetriebe sind im Umkreis von 30 km beheimatet. Mit der 2014 erstellten Photovoltaikanlage auf der Produktionshalle werden ca. 68.000 kWh Strom erzeugt, der zu über 65 % selbst genutzt wird. Dies entspricht über 40 % des gesamten Jahresverbrauchs.