Energietechnik 1 | 16

Hochspannende Entwicklungen

Investitionen in Kabelfabrik

Ob zur Integration erneuerbarer Energien oder zur Verbindung der Stromnetze verschiedener Länder mit Interkonnektoren – Hochspannungskabel sind ein zentrales Element der zukünftigen Energieversorgung Europas. Auch in Deutschland haben Erdkabel im Zusammenhang mit den Diskussionen um die Energiewende und einen Vorrang für Erdkabel gegenüber Freileitungen bei der Planung der Gleichstromtrassen durch die Republik eine größere Bedeutung erlangt.

Bei ABB werden die Aktivitäten für den internationalen Markt zentral aus Karlskrona, dem Standort der Kabelfabrik, gesteuert. In der südschwedischen Hafenstadt liegt das Zentrum der ABB-Hochspannungskabeltechnologie. Dort werden sowohl Wechsel- als auch Gleichstromkabel für den Einsatz an Land und im Wasser gefertigt. Die Anwendungsfelder für die Hochspannungskabel sind vielfältig: Sie reichen von der Anbindung von Öl- und Gasplattformen oder Offshore-Windparks über Interkonnektoren bis zum Einsatz zur effizienten Stromübertragung mit Landkabeln über größere Entfernungen.

Für Herausforderungen gut gerüstet

Bereits 2011 hat ABB angekündigt, insgesamt 400 Mio. US-Dollar in den Standort Karlskrona zu investieren. Um die Produktionskapazitäten zu verdoppeln, wurden weitere Fertigungslinien errichtet. Investiert wurde aber auch in Verwaltungsgebäude und die Logistik, beispielsweise den Hafen. „Hochspannungskabel kann man nicht im Vorfeld produzieren und einlagern; jedes einzelne Kabelsystem wird speziell für ein Projekt designt“, erläutert Stefan Habild, der für den ABB-Geschäftsbereich Hochspannungskabel in Deutschland zuständig ist. Die Erfahrung der Kollegen aus Karlskrona sei daher auch ein wichtiger Baustein für den deutschen Markt. Habild weiter: „In Mannheim haben wir ein Team von Kabelspezialisten aufgebaut, das sowohl in der Ausführung von Landkabelprojekten als auch im Kabelservice Erfahrung hat. Damit sind wir für die Herausforderungen am deutschen Markt gut gerüstet.“

Flexibilität durch eigenes Schiff

Um künftig bei Seekabelprojekten flexibler agieren zu können, hat ABB im September die Investition in ein hochmodernes Kabellegeschiff bekannt gegeben. Das Schiff wird die Kapazität und Flexibilität bei der Verlegung von Seekabeln steigern. Es wird nach kundenspezifischen Anforderungen in der norwegischen Werft Kleven gebaut und enthält zahlreiche ABB-Marinetechnologien. Die Auslieferung des 140 m langen und 30 m breiten Schiffs ist für das Jahr 2017 vorgesehen. Die Vorstellung des Kabellegeschiffs mit einem Modell und einer Animation war eines der Highlights des „Power Cable System and Installation Seminars“, zu dem mehr als 60 Kunden aus ganz Europa nach Karlskrona gekommen waren.