Energietechnik 2 | 21

Die Einsatzzentrale effizient steuern

Modernste Gebäudeleittechnik im GAZ Jena

Das Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) der Stadt Jena hat viele Anforderungen an die Gebäude­leittechnik. Das System Unitron von ABB ­Cylon gewährleistet, dass die Einsatzzentrale von Feuerwehr und Rettungsdienst reibungslos und genau nach Kundenwunsch funktioniert.

Die Arbeit von Feuerwehrleuten und Rettungsdienst ist häufig entbehrungsreich. Mitentscheidend für eine hohe Einsatzbereitschaft ist, dass ihre Basis beim Gebäudekomfort keine Wünsche offenlässt. Beim 2015 erbauten GAZ im thüringischen Jena ist dies der Fall. 300 Mitarbeitende aus Verwaltung, Feuerwehr und Rettungsdienst arbeiten dort auf 11.500 m2; hinzu kommen vier Fahrzeughallen mit 46 Stellplätzen für große Lösch- und Rettungsfahrzeuge. Betreiber des Gebäudeareals ist der Städtische Eigenbetrieb Kommunale Immobilien Jena (KIJ).

Präzise heizen und kühlen

Herzstück der Mess-, Steuerungs- und Regelungs-Technik (MSR) des GAZ ist das Unitron-System. Die Baureihe von ABB Cylon stellt eine Komplettlösung dar, die die Heizung-Lüftung-Klimatechnik (HLK) steuert und Datenpunkte aus der KNX-Anlage verknüpft. Im GAZ steuert Unitron unter anderem die komplexe Heizungsanlage und die Kälteversorgung. Ein Heizkreis versorgt die Fahrzeughallen über eine mit Niedertemperatur betriebene Fußbodenheizung. Ein zweiter Heizkreis bedient die zwei Bürogebäude. Ronny Schnetter, Projektleiter bei der MDR Regel- und Gebäudeleittechnik GmbH, erläutert: „Das Unitron-System steuert Heizung und Kühlung vollautomatisch etagenweise entsprechend der über 24 Stunden gemittelten Außentemperatur. Zusätzlich gehen die gemessenen Raumtemperaturen in die Steuerung ein.“ Sollwerte gibt jeweils der Betreiber vor.

Ermüdungsfrei arbeiten in der Leitwarte

Eine Besonderheit für die Gebäudeleittechnik des GAZ stellt die Feuerwehrleitwarte dar, wo zwölf Mitarbeitende Tag und Nacht mit hoher Konzentration eingehende Notrufe bearbeiten. In diesem sensiblen Bereich erreicht eine Vollklimatisierung eine möglichst ermüdungsfreie Arbeitsatmosphäre. Dafür steuert Unitron das Zusammenspiel der Heiz-Kühl-Decke sowie der Lufterhitzer, -kühler und -befeuchter in der Lüftungsanlage. Innerhalb des GAZ sind 95 Cylon-Controller installiert. „An den Ein- und Ausgängen liegen ungefähr 1.000 Hardware-­Datenpunkte aller Art an. Zudem sind ungefähr 100 KNX-Datenpunkte, 200 Datenpunkte über Modbus und 80 Datenpunkte über M-Bus aufgeschaltet“, sagt Ronny Schnetter.

Visualisierte Zustandsdaten

KIJ greift von der Gebäudeleitzentrale aus auf das Cylon-System des GAZ zu. Dem Team der Leitzentrale werden die Zustandsdaten der Gebäude dabei anschaulich und übersichtlich visualisiert. Jens Krützfeldt, Projektleiter für Heizung, Lüftung, Sanitär und Gebäudeauto­mation bei KIJ, erläutert: „Die universellen Schnittstellen von ABB Cylon eröffnen uns viele Möglichkeiten, unsere Anlage exakt für unsere Bedürfnisse zu gestalten.“

Innerhalb des GAZ sind 95 Cylon-Controller installiert.

Henry Kohl, Produktmarketing-Manager ABB Cylon, betont: „Unitron ist die hervorragend bewährte Komplettlösung für die Gebäudeleittechnik. Im GAZ Jena ist sie zudem Teil einer eleganten und ganzheitlichen Kombination vieler ABB-Lösungen, die von der Energieeinspeisung bis zur Gebäudeleittechnik reichen. So sind unter anderem auch Leistungsschalter, Leitungsschutzgeräte und Energiemesssysteme von ABB Teil der Gesamtlösung.“

"Im GAZ Jena ist Unitron Teil einer eleganten und ganzheitlichen Kombination vieler ABB-Lösungen, die von der Energieeinspeisung bis zur Gebäudeleittechnik reichen."

KIJ legt Wert darauf, dass alle 180 Nutzer wie Hausmeister und Techniker mit der Gebäudeleittechnik arbeiten können und dass das System in allen Immobilien einheitlich funktioniert. Zudem nutzt KIJ ein Programm, das seit mehr als fünf Jahren alle 15 Minuten Messwerte wie Temperaturen, Zählerstände und Verbräuche in die Datenbank speichert. Aus den langjährigen Datenreihen lassen sich zu Vergleichszwecken wertvolle Benchmarks ableiten.

Weitere Infos: info.stotz@de.abb.com