Impulse 3 | 14

Neue Leistung einbauen

Retrofit-Kits für die Niederspannung

Sie sind das Herz jeder Niederspannungsschaltanlage – die Leistungsschalter. Ihre regelmäßige Wartung wird immer wichtiger. Zum Einen steigen die Anforderungen an eine gesicherte und redundante Stromversorgung, zum Anderen reglementieren Richtlinien eine nachhaltige Instandhaltung immer stärker, etwa die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften für Sicherheit und Gesundheit.

Auch für Produkte von Vorgängern

ABB bietet eine effiziente und kostengünstige Lösung: Retrofit heißt das Stichwort. Damit ist der Austausch betagter gegen Leistungsschalter der neuesten Generation gemeint. Mithilfe spezieller Umbausätze, den sogenannten Retrofit-Kits, wird der neue Leistungsschalter an das Sammelschienensystem der Schaltanlage angepasst – ohne aufwändige Umbaumaßnahmen. Der Austausch geht schnell, Stillstandszeiten beschränken sich auf ein Minimum und das System wird sowohl elektrisch als auch mechanisch leistungsfähiger. Existierende Schaltanlagen können auf diese Weise erhalten bleiben. Die Umbau-Kits basieren auf aktuellen Baureihen wie den Gerätefamilien Emax und Tmax. Sie sind für verschiedene bewährte Schaltergenerationen von ABB-Leistungsschaltern inklusive Produkten von deren Vorgängerunternehmen wie SACE, ASEA und BBC erhältlich. Das sind zum Beispiel die Gerätefamilien Megamax, Novomax oder Otomax. ABB unterstützt den gesamten Modernisierungsprozess von der Aufnahme und Analyse der installierten Basis über die Konzeption und Planung bis hin zur Durchführung. Alle Retrofi t-Kits plant ABB mithilfe von 3D-Modellen und konstruiert und fertigt sie nach hohen Qualitätsstandards. Diese Prozesse sind durch internationale, den ISO-Normen entsprechende Akkreditierungsstellen zertifiziert.

Präventive Wartungskonzepte

Marcus Damm, zuständig für den SACE-Service bei ABB, empfiehlt, jährlich eine Inspektion und alle drei Jahre eine Wartung durchzuführen. Zwar werde in den Vorschriften der BGV-A3 ein maximales Wartungsintervall von vier Jahren vorgeschlagen; entscheidend seien aber die jeweilige Anwendung und der Anlagenzustand: „Die Intervalle können sehr unterschiedlich sein, da Umweltbedingungen wie Verschmutzungsgrade, Raumtemperaturen oder Betriebsbedingungen wie Schalthäufigkeiten oder Oberwellenbelastungen berücksichtigt werden müssen“, erläutert Damm. Die Einführung präventiver Wartungskonzepte nach DIN 13306, etwa die Verkürzung von Intervallzyklen, erhöhe die Betriebssicherheit zusätzlich und senke die Wahrscheinlichkeit eines ungeplanten, störfallbedingten Anlagenstillstands. Korrektive Instandhaltungskonzepte seien nicht mehr zeitgemäß. Somit finde heute bei Betreibern sowie Anlagenverantwortlichen zunehmend eine Umstellung auf vorbeugende zustandsorientierte Instandhaltungsmaßnahmen statt, schließt Damm ab.