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Prozessauto­matisierung

Coriolis hilft sparen


Schiffseigner haben Bunker bestens im Blick

Die Basis des von ABB entwickelten Bunker Transfer Monitoring Systems bildet der CoriolisMaster. In Kombination mit anderen ABB-Technologien misst er exakt die getankte Menge.

Der größte Teil der Betriebskosten eines Schiffs fällt für den Treibstoff an. Große Frachtschiffe verbrauchen bis zu 100 t Bunkeröl am Tag – das ergibt bei Preisen von mehreren Hundert US-Dollar pro t eine stattliche Summe. Umso wichtiger ist es für Schiffsbetreiber, die genaue Kontrolle über ihre getankte und verbrauchte Treibstoffmenge zu haben. Eine neue Lösung von ABB, das Bunker Transfer Monitoring System (BTMS), erlaubt exakte Treibstoffrechnungen.

Die Basis des neuen Messsystems ist der Masse-Durchflussmesser CoriolisMaster. Mitarbeiter des ABB Marine & Ports Global Service haben aus dem CoriolisMaster, weiteren ABB-Sensoren, einem ABB-Durchflussrechner und der speziell für die Marine entwickelten Software Octopus eine Lösung geschaffen, mit der sich der Treibstofftransfer während des Bunkerprozesses online messen lässt. „Im Gespräch mit einem Kunden hatte sich herausgestellt, dass die Differenz zwischen dem mit dem CoriolisMaster gemessenen Verbrauch und der getankten Menge eklatant war“, erzählt Martin Schiefer, LBU Manager für die BU Marine & Ports in Deutschland. Daraufhin sei die Idee für dieses System entstanden, mit dessen Hilfe sich die Mengen vergleichen lassen.

Keine Chance für Cappuccino-Effekt

Die Technologie der Masse-Durchflussmessung erfasst die korrekte Menge, indem sie Fehler eliminiert. So lässt sich mit dem CoriolisMaster erkennen, ob sich im Bunkertreibstoff Luft oder Wasser befindet, das die Messergebnisse verfälscht: Dieser sogenannte Cappuccino-Effekt entsteht dadurch, dass Öl mit Druckluft vermengt wird, um das Volumen des Treibstofftransports zu erhöhen. Der Kunde kann nun einen Betrug beim Bunkern von Diesel auf Schiffen verhindern. Er erkennt jederzeit Abweichungen zwischen der Höhe der Treibstoffrechnung und dem echten Treibstoffverbrauch.

Enormes Einsparpotenzial

Der erfolgreiche Abschluss eines Pilotprojekts führte in der Flotte eines Kunden zur Entdeckung von Abweichungen im Dieselbunkersystem von etwa 100 Mio. US-Dollar (basierend auf der Kundenberechnung von gemessenem Ölverbrauch und Ölbunkerrechnungen sowie dem IFO-/MDO-Preisniveau im Herbst 2013). Das globale Einsparpotenzial für Frachtunternehmen beim Einsatz dieser Lösung lässt sich nur erahnen: „Indem wir ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte des Schiffseigners hatten, sind wir auf diese Problematik gestoßen und konnten ein solches System entwickeln. Es rechnet sich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Man kann damit auch seine Emissionen berechnen und zum Beispiel eine CO2-Bilanz für eine Fahrt erstellen“, sagt Martin Schiefer.