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Energietechnik

Smarter Service


Wie Stromerzeugungsanlagen von der Digitalisierung profitieren

Maßgeschneiderte, datenbasierte Instandhaltungsstrategien machen Erzeugungsanlagen leistungsfähiger.

Die Digitalisierung schafft die technologischen Voraussetzungen, um komplexe Stromerzeugungsanlagen und Industriestandorte effizienter als bisher zu bewirtschaften. Viele Betreiber stehen vor der Herausforderung, die neuen Möglichkeiten gewinnbringend einzusetzen. ABB bietet dafür die passenden Lösungen.

Eingreifen, wenn es nötig ist, statt fester Intervalle – nicht nur für Stromerzeugungsanlagen ist die  vorausschauende Wartung eine der Schlüsselinnovationen im Zeitalter von Digitalisierung und Industrie 4.0. Fanden Instandhaltungen bisher nach Ablauf eines bestimmten Zeitzyklus und unabhängig vom tatsächlichen Zustand der Anlagen statt, machen es digitale Technologien und intelligente Sensoren möglich, flexibel auf einen etwaigen Wartungsbedarf zu reagieren, da die Zustandsdaten der Maschinen automatisch erfasst und auf einer cloudbasierten Plattform gespeichert werden.

„Auf Grundlage der permanenten Datenerfassung und -auswertung ermittelt eine computergestützte Analyse Empfehlungen für Wartungsmaßnahmen, sodass frühzeitig eingegriffen werden kann“, sagt Markus John, Geschäftsbereichsleiter Power Generation bei ABB. Eine derartige Instandhaltungsstrategie erfordert nur geringe Investitionen und reduziert den Personaleinsatz vor Ort. Gleichzeitig verlängert sie den Lebenszyklus der Anlage und verhindert längere Stillstandszeiten.

„Eine computergestützte Analyse empfiehlt Wartungsmaßnahmen, sodass frühzeitig eingegriffen werden kann.“
Markus John, Geschäftsbereichsleiter Power Generation

Maßgeschneidert digital

Mithilfe von datenbasierten, maßgeschneiderten digitalen Leistungsangeboten können Betreiber die Performance ihrer Erzeugungsanlagen verbessern, die Betriebskosten senken und die Fehlerquote reduzieren. Seit vielen Jahren treibt ABB die Digitalisierung industrieller Prozesse voran – weltweit mehr als 70 Millionen vernetzte Geräte und über 70.000 installierte Steuerungs- und  Prozessleitsysteme bei Kunden aus der Energieversorgung, der Industrie, dem Transport- und dem Infrastruktursektor sind dafür ein deutlicher Beleg. Mit ABB Ability bündelt das Unternehmen seine digitalen Produkte und Dienstleistungen branchenübergreifend und kombiniert auf diese Weise fachliches Know-how, Technologieexpertise und digitale Kompetenz.

Seinen Kunden bietet ABB auf Basis der aus der immer stärkeren Vernetzung von Geräten, Maschinen und Anlagen gewonnenen Daten einen vielfältigen Service, um Prozesse kontinuierlich zu optimieren und effizienter zu gestalten. Wichtige Elemente des Dienstleistungsportfolios für Kraftwerksbetreiber sind Big Data – das massenhafte Sammeln, Aufbereiten und Analysieren von Prozessdaten –, intelligente Sensoren und Antriebe, eine flexible Regelung des Strombedarfs unter Berücksichtigung von elektrischen und thermischen Speichern sowie geeignete Schutzlösungen vor Hackerangriffen. Besonders attraktiv: Der Return on Investment (RoI) ist bei Ausgaben für die Anlagendigitalisierung schnell erreicht.

„Die Art und der Umfang der smarten Serviceleistungen hängen zum einen von den individuellen Anlagen- und Betreiberbedürfnissen ab“, erläutert Markus John. „Zum anderen ergeben sich auch aus den gesetzlichen Rahmenbedingungen bestimmte Anforderungen.“ So schreibt beispielsweise das IT-Sicherheitsgesetz für Betreiber kritischer Infrastrukturen ein Information Security Management System verbindlich vor. Mit den vielfältigen ABB-Services lassen sich Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Lebensdauer der Anlagen erhöhen, der Betrieb der eingesetzten Systeme wirtschaftlicher gestalten sowie mit schnellen und schlanken Prozessen die Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Know-how aus der Ferne

Am reibungslosen Betrieb eines Kraftwerks wirken viele Experten mit unterschiedlichen Kompetenz- und Tätigkeitsschwerpunkten mit. Im Zuge der Energiewende müssen konventionelle Kraftwerke unter Umständen mit weniger Betriebsstunden und geringerer Personalstärke auskommen. Einen möglichen Know-how-Verlust fangen digitale Remote Services auf.

Dank des Collaborative Operation Center von ABB muss der Betreiber weniger Know-how in der Anlage selbst vorhalten und spart insbesondere in Stillstandszeiten Kosten. Eine Anschaffung eigener teurer Analysetools ist nicht notwendig: Die ABB-Kunden nutzen die vorhandene Software des Collaborative Operation Center.

Service 4.0

Im Collaborative Operation Center analysieren ABB-Experten die Daten aus den Anlagen und geben in Zusammenarbeit mit den Fachleuten des Betreibers vor Ort Empfehlungen für Optimierungen und Korrekturen.

24/7-Analyse

Ein weiteres Beispiel für das breite ABB-Dienstleistungsangebot ist der Loop Performance  Service. Er ermittelt, klassifiziert und priorisiert Möglichkeiten zur Regelkreisoptimierung. „Indem wir Rohdaten kontinuierlich erfassen, analysieren und in nutzbare Informationen umwandeln, lassen sich problematische Regelkreise rasch ermitteln“, erklärt Markus John. „Dieses Vorgehen  reduziert Prozessschwankungen und erhöht die Anlagenverfügbarkeit.“

Zudem ermöglicht die kontinuierliche Visualisierung und Analyse von Regelkreisen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche eine schnellere Problemlösung. Sowohl die ABB-Kunden als auch das ABB-Servicepersonal haben via ServicePort entweder direkten Zugriff auf die erfassten Daten oder sie erhalten einen Remotezugang. Eine halbjährliche Performance-Analyse ermittelt Störungen, Trends und Optimierungsvorschläge. Auf Wunsch können automatische Alarme per E-Mail oder SMS gesendet werden, wenn die Leistungskennzahlen außerhalb der festgelegten Toleranzen liegen. So macht es der digitale Wandel möglich, die Serviceleistungen für Erzeugungsanlagen noch stärker auf die  individuellen Anforderungen der Betreiber abzustimmen.